Nach Gerlachs Tode erwuchsen für die Abtei Siegburg und die dazugehörige Stadt recht unangenehme Verhältnisse, einmal wegen der Zustände im Reiche überhaupt, sodann auch und insbesondere wegen der Loslösung der Abtei vom Hause Berg und ihrer Zuwendung an das Erzstift Köln.

Was nun die Reliquien betrifft, die nach und nach in der Abteikirche Aufnahme und gläubige Verehrung gefunden haben, so existiert darüber im Düsseldorfer Staatsarchiv ein Verzeichnis aus dem Jahre 1608, welches eine ungeheuere Menge derselben aufweist. Sie lagen teils in metallenen, teils in kleinen elfenbeinernen und steinernen Gefäßen, Monstranzen oder Büchsen, deren Kunstwert ein ganz verschiedener war.

Gerhards größte Sorge beschäftigte sich um diese Zeit mit einem anderen Gegenstande, der ebenso sehr auch den übrigen Ordensgenossen am Herzen lag, das war die Selig- oder Heiligsprechung des Erzbischofs Anno, an dessen Grabe mancherlei Wunder, wie man glaubte, durch Gott geschehen waren.

Abt Gerhard zeichnete sich nicht nur durch große Frömmigkeit und ein entschiedenes Vorgehen zur Wahrung der abteilichen Rechte aus, sondern wußte auch das Urteil des Bischofs Arnold von Wied zu rechtfertigen, welches dieser über den Feuereifer der Siegburger Mönche in der klösterlichen Zucht und Thätigkeit (1152) gefällt hatte (Lac. I, 374.).