Das neue königliche Hofbräuhaus in München

Architekten: Heilmann & Littmann in München. Das hatte sich der Herzog Wilhelm V. von Bayern kaum gedacht, dass das Bräuhaus, welches er im Jahre 1589 mit einem Kostenaufwande von 1477 ½ Fl. zur Deckung seines eigenen Hausbedarfs an Bier an der Stelle des jetzigen Zerwirkrewölbes erbaute, einstens im Münchener Volksleben eine soziale Bedeutung von nicht zu unterschätzender Tragweite erlangen sollte.

In ihm, welches unverfälschte flüssige und feste Nahrungsmittel zu so mässigen Preisen verausgabt, dass auch der ärmste Mann aus dem Volke mit den bescheidensten Mitteln seinen physischen Unterhalt bestreiten kann und in einer Güte, dass auch der Bemittelte sie gerne hier entnimmt, kennt man keinen Klassenhass, keinen Rassenhass und keinen Massenhass. Alle Theile der Bevölkerung verkehren gleich gern und gleich zahlreich in ihm und veranlassen einen Verbrauch an Nahrungsmitteln, welcher die üblichen Schätzungen weit hinter sich lässt.

Historischer Text

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Bis zum Jahre 1830 war – wie wir einer von den Architekten zur Eröffnung des Neubaues herausgegebenen Festschrift, welcher auch mit Ausnahme der Abbildung des grossen Saales die diesem Aufsatze beigegebenen Abbildungen entlehnt sind, entnehmen – die Braustätte eine nur private, für die Bedürfnisse des Hofes eingerichtete, während von diesem Zeitpunkte ab auch ein öffentlicher Ausschank mit Wirthschaftsbetrieb eingerichtet wurde. Die historische Güte des bereiteten Getränkes hatte einen solchen Zuspruch zurfolge, dass mehrfache Erweiterungen, die durch Verlegung einzelner Betriebe, zuletzt im Jahre 1881/82 unternommen wurden, nicht genügten, diesen zu bewältigen. Bei allen festlichen Gelegenheiten, welche in den Mauern Münchens vor sich gingen, sah auch das Hofbräuhaus tausende von Besuchern aus dem engeren Bayern und zu ihnen gesellen sich seit dem raschen Aufschwunge der schönen bayerischen Hauptstadt als Fremdenstadt ungezählte Schaaren von Fremden, welche der volksthümlichen Schankstätte gern ihren wiederholten Besuch abstatten. So kommt es, dass auch die letzte Erweiterung bald nicht mehr den Bedürfnissen genügte und als im Jahre 1893/94 nach Erwerb des Leistbräu-Anwesens an der inneren Wiener-Strasse an die dort schon bestehende Mälzerei und die Kellereien auch neue Brauerei-Gebäude angeschlossen werden konnten, da war die Möglichkeit gegeben, einen Theil des gesammten Geländes der jetzigen Ausschankstätte, zwischen Kostthor, Platzl, Bräuhaus- und Mühlgasse lediglich für die Zwecke des Ausschankes einzurichten. Nicht das ganze Gelände von etwa 5292 qm Fläche wurde hierzu bestimmt, sondern mit Rücksicht auf die Lebensinteressen der umliegenden Wirthschaften nur ein Theil von 3845 qm, während von dem Reste 224 qm an die Strassenerweiterung abgetreten wurden und 1223 qm zur privaten Bebauung verkauft werden sollen.

Altes kgl. Hofbräuhaus
Alter Wirtschaftshof

Als nun an die Firma Heilmann & Littmann, die sich bereits durch eine Reihe glücklich ausgeführter baulicher Unternehmungen, mit welchen ungewöhnliche Schwierigkeiten verbunden waren, ausgezeichnet hatte, der schöne Auftrag, den Um- und Erweiterungsbau zu planen und auszuführen, herantrat, da waren es insbesondere zwei wichtige Faktoren, mit denen sie zu rechnen hatte: das war einmal die möglichst unbeschränkte Aufrechterhaltung des Betriebes und die Wahrung der Volksthümlichkeit. Die Architekten mussten in letzter Beziehung dem Umstande Rechnung tragen, „dass das alte Hofbräuhaus im Laufe der Jahre eine historische Stätte geworden war, die trotz ihrer Schmucklosigkeit in das Herz so vieler Münchener und Fremden gewachsen war. Eine Stätte, wo Tausende frohe Stunden ungetrübter Heiterkeit erlebt hatten, neu zu ersetzen und an ihrer Stelle etwas zu schaffen, in das die alte Behaglichkeit und der alte Humor vom ersten Tage an ihren Einzug wieder halten sollten, bot grosse Schwierigkeiten.“ Mit Recht weisen die Architekten daraufhin, dass viele der alten Münchener Wirthschaften ihren Reiz verloren hatten, wenn durch die Hand des Baumeisters anstelle der alten finsteren und verräucherten Stuben helle, hohe und „moderne“ Lokale getreten waren, „Und gleichwohl handelte es sich darum, Einrichtungen zu schaffen, welche auch den gerechtfertigten Anforderungen an Hygiene, Reinlichkeit und Bequemlichkeit entsprechen.“ Also die modernen Errungenschaften der Hygieine zu vereinbaren mit alten, liebgewonnenen Gewohnheiten, das war das nicht leichte Kompromiss, welches die Architekten zwischen ihrem Schönheitsgefühl und ihrer praktischen Erfahrung abzuschliessen hatten. Unterstützt wurden sie dabei durch alte, der Erhaltung werthe Bestände, z. B. das an der Bräuhausstrasse gelegene Sud- und Maschinenhaus „mit den schönen und baulich völlig intakten Gewölben, die nach Entfernung von allerlei späteren Einbauten zu ihrer berechtigten Geltung zu bringen waren.“ Deshalb ging von diesem Punkte die in den beiden beistehenden Grundrissen wiedergegebene Planung aus; die westliche hohe Halle mit etwa 367 qm Bodenfläche ist aus dem alten Sudhause, die östliche Halle von rd. 354 qm aus dem alten Maschinenhause hervorgegangen; ihnen schliesst sich nach vorn noch ein Bierstübl von etwa 57 qm Fläche an.

Mit besonderem Bedacht ist die Lage der Küchen- und Schankräume für einen so umfangreichen Betrieb erwogen worden. Nicht minder sorgfältig ist auch der Garten mit den ihn umgebenden Hallen geplant worden. „Wer je einmal Gelegenheit gehabt hat, die Ausdauer zu bewundern, mit der die Gäste, unbeirrt von den Schneeflocken der kühlen Maitage während der Bocksaison, nicht achtend der frostigen Tage während des Oktoberfestes und unbekümmert um die Regengüsse, die Jupiter Pluvius in den Sommermonaten auf München herabsendet, im „Garten“ des Hofbräuhauses zechten, der konnte die Beobachtung machen, dass dieser Platz ein ganz besonderer Lieblingsaufenthalt der Hofbräuhausgäste sei.“ Ihn in erweiterter und verschönerter Form als wirklichen Garten mit Bäumen aus seinem „euphemistisch so benannten Vorgänger“ im Neubau wieder erstehen zu lassen, musste daher eine der vornehmsten Sorgen der Architekten sein. Und wie anziehend und anmuthend dieser Theil der Aufgabe gelöst ist, zeigen die Abbildungen der folgenden No. 87. Aber nicht nur in der künstlerischen Haltung dieser Hoftheile, sondern auch in der Gestaltung der Strassentheile, in ihrer der Umgebung angemessenen wirkungsvollen malerischen Gruppirung durch Vor- und Rücksprünge, durch Erkerausbauten und Giebelaufbauten, in der Schaffung von Arkaden und in der Abwechselung grosser und kleiner Fensterflächen, sowie schmaler und breiter Mauerflächen bekundeten die Architekten ein unbefangenes künstlerisches Gefühl für volksthümliche Schönheit wie für wirthschaftliche Anlage der Baugruppe. Und dem schönen Aeusseren steht das Innere in keiner Weise nach; auf seine Durchbildung kommen wir im Schlussaufsatz zurück.

Kgl. Hofbräuhaus am Platzl in München – Erdgeschoss
Kgl. Hofbräuhaus am Platzl in München – Obergeschoss

Die künstlerische Ausbildung des Inneren beschränkt sich nicht auf die Wirthschaftsräume, den Saal und die in den oberen Geschossen liegenden Gesellschaftszimmer, sondern sie erstreckt sich auch auf die zu den letzteren emporführende Haupttreppe. Die künstlerische Haltung derselben ist aus der ersichtlich. Der reiche Schmuck ist auf den grossen Saal vereinigt. Bei einer Länge von 42 m und einer Breite von 17,5 m, ist er mit einem flachen Tonnengewölbe überspannt, welches, um kostspielige Strebekonstruktionen zu vermeiden, in Monierkonstruktion ausgeführt ist. Nicht ohne eine gewisse wohl berechnete und wohl berechtigte Absicht ist die Saalhöhe noch unter einer herkömmlichen Mittelhöhe gehalten, denn es galt, einen Raum von grosser Fassungskraft zu schaffen und ihm dabei doch so weit wie möglich die Behaglichkeit eines kleinen Trinkraumes zu lassen. Das ist sowohl durch die mässige Höhenentwicklung die Art der malerischen Ausschmückung vollkommen erreicht. In über Manneshöhe umzieht die Wände des Saales (s. Beilage) ein Holzgetäfel mit Sitzen, vor ihm stehen an entsprechenden Stellen riesige Kachelöfen. An der einen Kurzseite befindet sich die Musiktribüne, einfach und wirkungsvoll aus dem vollen Holz gearbeitet. Die Kämpferpunkte des Deckengewölbes setzen etwa in der Höhe der Musiktribüne an; die Fenster des oberen Geschosses schneiden in das Gewölbe ein, an den Stirnseiten des Saales entstehen grosse segmentförmige Felder.

Erker am Platzl
Ansicht der grossen Bierhalle

Den dekorativen Schmuck des Saales entwarf nach den von den Architekten gegebenen Grundzügen der durch seine dekorativen Malereien grossen Stils berühmte Kunstmaler Prof. Ferdinand Wagner in München. Die gewaltige Gewölbefläche ist durch Wappenfriese, deren Fussenden mit allegorischen Figuren geschmückt sind, in drei grosse Zonen zerlegt, welche mit den Bildnissen der bayerischen Regenten geschmückt sind. Zwischen denselben befinden sich nach einer durch den Bibliothekar des bayerischen National-Museums, Hrn. Dr. Wolfgang Schmidt, getroffenen Auswahl Aussprüche dieser Regenten sowie Urtheile eines Historikers des vorigen Jahrhunderts Westenrieder, über das Münchener Leben. Die beiden Bogenfelder der Kurzseiten zeigen über der Musiktribüne der Ostwand zu beiden Seiten des bayerischen Wappens die allegorischen Figuren Gambrinus und Ceres. An der entgegengesetzten Saalwand wird die bayerische Treue verherrlicht durch eine Ansicht des alten München, über welchem die „Patrona Bavariae“ thront und zu dessen Seiten links der Opfermuth der Sendlinger Bauern, rechts der in sein Land zurückkehrende Kurfürst Max Emanuel hoch zu Ross dargestellt sind. Der Haupteingang zum Saal ist durch ein Bildniss des Prinzregenten ausgezeichnet. Ueber den unteren Saalfenstern zieht ein Fries hin, welcher Strassenbilder des alten München und Ansichten des alten Hofbräuhauses wiedergiebt. Die Eingangsvignetten zu den beiden Theilen unseres Aufsatzes sind diesem Friese entnommen.

Das neue kgl. Hofbräuhaus in München – Ansicht vom Platzl

Die verhältnissmässig schlichte Ausschmückung der unteren Bierhallen ist aus der nebenstehenden Abbildung ersichtlich. Es handelt sich hier in der Hauptsache um ornamentales Laubwerk mit dem Schmucke bayerischer Wappen. Eine Anlage von so gewaltigem Verbrauch, wie das neue königliche Hofbräuhaus verdient es, dass auch mit einem kurzen Worte wenigstens die wirthschaftlichen Einrichtungen besprochen werden. Inbezug auf den Ausschank des Bieres handelte es sich darum, Bierschänken für einen Verbrauch von mehr als 100 Hektoliter an einem Tage einzurichten; sie erforderten in der Anlage der Aufzüge, der Ganter und der Schanktische eigene Konstruktionen. Besonders zu bedenken waren auch die Vorrathsräume. Sie liegen im Kellergeschoss und bestehen aus geräumigen Kartoffel-, Gemüse-, Wein-, Holz- und Kohlenkellern. Es ist hier aber auch ein grosser Raum für die Zurichtung von Fleisch und die Bereitung der Würste eingerichtet; das Sauerkraut zu den letzteren wird in einem besonderen Keller aufbewahrt. Die geräumigen Fleisch- und Bierkeller werden durch eine Linde’sche Eismaschine gekühlt. Die Rohmaterialien für die Speisen werden über eine grosse Waage angefahren und von dort durch eine hydraulische Versenkung in den Keller gebracht und in die einzelnen Abtheile vertheilt.

Das neue kgl. Hofbräuhaus in München – Grosser Saal – Ausgemalt von Prof. Ferd. Wagner in München

Und die Küche! Ihre Bedeutung geht schon aus dem Grundrisse hervor. Sie ist nahezu 19 m lang und 10 m breit; mit der Kochküche in Verbindung stehen die Spülküche, eine Speisenkammer und die Schänke. Küche und Schänke sind für Sommer- und für Winterbetrieb, für den Verbrauch innerhalb der Wirthschaftsräume, wie auch für den Verbrauch „über die Strasse“ eingerichtet.

Die Küche versorgt sämmtliche Wirthschaftsräume, auch die der oberen Stockwerke. Aufzüge vermitteln den Verkehr und Herde in den einzelnen Stockwerken halten die Speisen warm. Der Herd ist 6,7 m lang und 2,45 m breit, seine Kochfläche beträgt 16,4 qm, Er ist in 4 Abtheilungen eingetheilt, sodass je nach dem Verbrauch nur ein Theil in Benutzung genommen werden kann. Zuzeiten besonderer Anlässe, wie zum Oktoberfest oder zurzeit der Bocksaison werden noch 4 an den Seitenwänden angebrachte Kessel zum Kochen von Fleisch, sowie zum Heissmachen von Würsten in Benutzung genommen. Ausserdem sind noch Vorrichtungen zum Braten am Rost und am Spiess vorhanden. Diese Angaben lassen einen ungefähren Schluss auf den ganz ungewöhnlichen Verbrauch an Nahrungsmitteln im Hofbräuhause zu.

Was die Arbeiten der Um- und Erweiterungsbauten anbelangt, so wurden dieselben bei Aufrechterhaltung des vollen Betriebes in sehr kurzer Zeit durchgeführt. Im Juli des vergangenen Jahres wurden die Pläne für den Um- und Erweiterungsbau durch den Prinzregenten genehmigt und im August der Firma Heilmann & Littmann die Ausführung übertragen. Diese beanspruchte imganzen nur 327 Tage. Die staatsbehördliche Ueberwachung; der Arbeiten war den Hrn. Ob.-Brth. G. Maxon und Bauamtsassessor M. Hof übertragen; die Architekten rühmen sie als stets erfahrene und freundlich mitberathende, nur der Förderung der Aufgabe sich widmende Fachleute, die sich die rasche und rein sachliche Erledigung der an sie herantretenden Fragen angelegen sein liessen. Als im gleichen Sinne thätiger Berather seitens der Hofbräuhaus-Verwaltung stand den Architekten Hr. Reg.-Rth. Staubwasser zurseite.

Mitarbeiter an dem architektonischen Theile der Ausführung war in erster Linie Hr. Arch. Erich Goebel, neben ihm ferner die Hrn. Arch. Reisinger, Havel und Schmidt. Die Bauführung war Hrn. Arch. Ferdinand Hintsche anvertraut.

Mitarbeiter an der malerischen und bildnerischen Ausschmückung des neuen Gebäudes war in erster Linie Hr. Prof. Ferdinand Wagner, welcher, wie schon erwähnt, die Ausmalungsentwürfe für den grossen Saal fertigte. Bei der Ausführung unterstützten ihn die Hrn. Kunstmaler Heubach und Dekorationsmaler Eschle. Die Bierhalle hat einen Schmuck durch das überlebensgrosse Porträt des Prinzregenten von Hrn. Prof. Wimmer, sowie durch Ansichten aus dem alten Hause von Hrn. Kunstmaler Palmie erhalten. Den Giebel über dem grossen Erker der Fassade krönt eine in Kupfer getriebene Figur eines Bräugehilfen, welche Hr. Bildh. Jul. Jordan modellirte.

Ansicht vom Hofe
Ansicht der Haupttreppe
Ansicht vom Hofe

An den Ausführungsarbeiten waren ferner die folgenden Firmen betheiligt: für die Abbruch-, Erd-, Maurer-, Beton- und Rabitzarbeiten die Firma Heilmann & Littmann: für die Steinmetzarbeiten: die Granitwerke Blauberg, Zwisler & Baumeister und die Marmorindustrie Kiefer in Kiefersfelden; für die Zimmerarbeiten: G. Leib; für die Schreinerarbeiten: G. Leib, .J. List, F, Hummel, R. Nass, J. Dickopf, F. Seemann und F. Wörtmann für die Eisenlieferung und die Eisenkonstruktionen: F. S. Küstermann und die Maschinenbaugesellschaf Nürnberg; für die Schlosser- und Kunstschmiede-Arbeiten F. Häusner, P. Kölbl & Sohn, J. Bauer, M. Kiefer und J. Völkl; für die Spängler- und Kupferschmiede-Arbeiten: J. Göggl & Sohn, L. Seitz Nachfolger, I. Schneider und H. Kiene; für die Glaserarbeiten: I. Lutz; für die Bildhauer-Arbeiten: Weipert & Nowotny und .J. Walther; für die Parketarbeiten: J. Hartmann: für Dachdeckung und Blitzableitung: J. Harrach; für die Pflasterarbeiten: G. Kaffel und J. Rödl; für die Asplaltarbeiten: Aufschläger’s Nachfolger; für die Arbeiten in Bimsbeton: F. Lindner, in Gipsestrich F. Vogler & Comp.; für die Maler- und Anstreicher-Arbeiten: A. Eschle und Jos. Wagner Nachf.; für die Hafnerarbeiten und die Ofenlieferung: E. Kummerer, J. Hausleiter und das Eisenwerk Kaiserslautern. Die Herde lieferte Wamsler, die Kanalisation und Wasserleitungs- Arbeiten besorgten Ph. Holzmann & Cie.; die Gasbeleuchtung die Gasfabrik München, die Aufzüge die Maschinenbaugesellschaft München, die Ventilationsanlagen die Firmen Hendschel & Guttenberg und Gebr. Körting und die Haustelephon- und Klingelanlage die Fabrik für elektrische Anlagen von A. Neumüller. –

Für das neue Gebäude ist ohne die Kosten für das Mobiliar eine Gesammtsumme von 727 182,35 M. aufgewendet worden, was auf die kubische Einheit berechnet einen Betrag von 16,74 M. ergiebt. Das Gebäude wurde zum heurigen Oktoberfeste im ganzen Umfange dem wirthschaftlichen Betriebe übergeben und wie es sich in der Volksthümlichkeit, unzweifelhaft der schwersten Bedingung, mit welcher die Architekten zu rechnen hatten, erhalten hat, beweist eine Auslassung des Presscomites der VII. internationalen Kunstausstellung in München über den Besuch der Ausstellung: „Wer die Ueberfluthung unseres neu erbauten Hofbräuhauses mit dem absoluten Mangel an Münchener Publikum im Glaspalaste vergleicht, der wird zugestehen müssen, dass die sich ergebende Schlussfolgerung für die Vertreter der. Münchener Kunst keine sehr erfreuliche ist“. Das wird leider nur zu bestätigen sein; für die Architekten des neuen Hofbräuhauses aber giebt es keine schönere Anerkennung der Volksthümlichkeit ihres stattlichen Werkes als diese.

Dieser Artikel erschien zuerst am 23. & 30.10.1897 in der Deutsche Bauzeitung, er war gekennzeichnet mit „-H.-“.