Stadt Herford

Die Stadt Herford in Westfalen feierte am 26. September das Jubiläum ihrer zweihundertfünfzigjährigen Zugehörigkeit zum brandenburgisch-preußischen Staat.

Sie hatte wohl Ursache, den Tag festlich zu begehn, obgleich die Einverleibung vor einem Vierteljahrtausend nicht gerade einem Wunsch der Herforder entsprach. Der Große Kurfürst machte der Reichsunmittelbarkeit der Stadt ein Ende, da sie sich weigerte, ihre Pflichten ihm gegenüber zu erfüllen. Nachdem er aber von ihr Besitz ergriffen und sich von den Behörden und der Bürgerschaft hatte huldigen lassen, baute er die Stadt, die im dreißigjährigen Krieg arg verwüstet worden war, wieder auf und gab ihr so die Grundlage neuen Gedeihens. In Erinnerung an diese historischen Thatsachen wurde zum Hauptstück des Jubiläums, an dem außer den Spitzen der Behörden der Kronprinz teilnahm, die Enthüllung eines Denkmals für den Großen Kurfürsten gemacht. Das wohlgelungene Werk von Heinrich Wefing zeigt den Großen Kurfürsten in freier Haltung stehend, die Rechte auf die Stadtmauer gestützt, die die Inschrift „Die Hansa“ trägt. Inschriften am Sockel erzählen dem Beschauer, daß das Denkmal zur Feier des Jubiläums errichtet worden ist.

Die 250jährige Jubelfeier der Zugehörigkeit Herfords zu Brandenburg-Preussen – Enthüllung des Denkmals des Grossen Kurfürsten

Dieser Artikel erschien zuerst am 03.10.1902 in Die Woche.